Die Geschichte des Schwimmens
Die Anfänge des Schwimmens
Eines der ältesten Hinweise auf das Schwimmen wurden in der Höhle des Gilf Kebir gefunden. In der Höhle der Schwimmer im südwestlichen Ägypten befindet sich ein Relief mit schwimmenden Figuren. Die Malerei soll zwischen 4000 und 9000 Jahren entstanden sein.

In der Antike gehörte das Schwimmen zur Ausbildung, während im Mittelalter das Schwimmen als gefährlich galt und da das Wasser als Brutstätte von Krankheiten galt. Gleichermaßen entwickelten sich im Mittelalter die sogenannten Badehäuser und wurden meist im Auftrag der Gemeinde von einem Bader betrieben.

Der Humanist Nicolas Wynmann verfasste 1538 das erste bekannte Lehrbuch über die Schwimmkunst.
Das Wettkampfschwimmen
Die Briten haben im 19. Jahrhundert wahrscheinlich das Schwimmen im Sinnes eines Sports verstanden und weiterentwickelt. 1837 wurden die ersten Hallenbäder Londons der moderne Wettkampfsport betrieben. Geschwommen wurde entweder Brust- oder Seitenschwimmen. 1844 nahmen amerikanische Gäste, darunter Flying Gull, am Wettkampf teil. Ihre Schwimmtechnik wurde beschrieben wie "das Wasser wie eine Windmühle mit den Armen dreschend" und die Beine "mit einer Auf- und Abbewegung tretend". Diese urform des Kraul war zwar in diesem Rennen entscheidend, aber die Engländer zogen den Bruststil für die Wettkämpfe weiterhin vor.
In London wurde 1908 während der Olympischen Spiele die FINA (Federation Internationale de Natation) gegründet. Am 1. August 1909 konstituierte sie sich als internationaler Verband für Schwimmen endgültig. Die FINA macht es sich zur Aufgabe, die Belange des Schwimmens zu koordinieren, Rekordelisten zu führen und den Amateurbegriff zu vereinheitlichen.
Im 19. Jh. entwickelten sich eine Vielzahl von Schwimmarten. Das Seitenschwimmen, bei dem die Schwimmerin, der Schwimmer auf der Seite liegt, wurde bald modifiziert: Der höher liegende Arm konnte über das Wasser schneller nach vorne geführt werden. Die Beine wurden ziemlich unkoordiniert zusammengepresst. Im Jahr 1895 schwamm der Engländer J. H. Thayers im Seitenschwimmen 100 Yards in 1:02.50 (entsprechende 100-m-Zeit 1:08.38).
John Trudgen entwickelte das Hand-über-Hand-Schwimmen, Trudgen genannt. Er schaute diese 1873 in England eingeführte Schwimmart südamerikanischen Indianern ab. Die Arme wurden aus dem Wasser nach vorne geführt, ähnlich wie beim Seitenschwimmen, nur wechselte man stets von einer auf die andere Seite hin und her und führte einen Schwerenbeinschlag zu jedem zweiten Armzug aus. Von dieser Schwimmart zum Kraul war es nur noch ein Schritt. Der Beinschlag wurde variiert, bei jedem Armzug ein Beinschlag oder abwechslungsweise ein Scherenbeinschlag und ein Kraulbeinschlag.
Das Freizeitschwimmen wurde Ende des 19. Jh. sehr beliebt. Der erste fürs Publikum zugängliche Pool in den USA wurde 187 in Brookline, Massachusetts gebaut. Bald danach folgten New York City mit den damals "Bäder" genannten Einrichtungen. In den 1920er Jahren, beim ersten Bäderboom, entstanden in den USA 1000e von Pools darunter zahlreiche private "estate pools" im eigenen Garten. In der Schweiz wurde 1900 in Winterthur mit der "Badewannenmoschee" das Erste und 1908 das Volksbad als vermutlich zweites Hallenbad in St. Gallen eröffnet. Das älteste Schwimmbad der Schweiz stand von 1927-1971 in Hofwyl im Kanton Bern. Das In den USA sind heute etwa 6.5 Millionen Pools vorhanden.
Obwohl der Mensch seit Urzeiten schwimmt, wurden die Stilarten erst in den letzten 100 Jahren verfeinert. Das Wettkampfschwimmen, insbesondere die modernen Olympischen Spiele seit 1896 (Athen) erhöhten das Interesse an der Schwimmtechnik. Die wissenschaftliche Untersuchung der Schwimmtechnik half mit, diese zu verfeinern, grössere Geschwindigkeiten zu erzielen und den Vortrieb im Wasser zu verstehen.
Das Kraulschwimmen (Crawl)
Die Inffiezienz des "Trudgens" brachte den Australier Richard Cavill dazu mit Neuem zu experimentieren. Er beobachtete die Einheimischen auf den Solomoninseln, die den Kraulbeinschlag mit dem Überwasserarmzug kombinierten. Cavill verwendete diese Stilart 1902 an der Internationalen Meisterschaft und senkte den Weltrekord über 100 Yards auf 58.4 Sekunden (100 m in 1:03.89). Diese Schwimmart wurde unter dem Namen Australischer Crawl bekannt.
Brust und Delfin (Schmetterling)
Die Schwimmforschung half auch der Entwicklung des Brustschwimmens. Obwohl andere Schwimmarten schneller sind, ist das Brustschwimmen immer noch eine Wettkampfschwimmart. Bis in die 50er Jahre war das Brustschwimmen die einzige Schwimmart, die genau festgelegt war. Dadurch, die Rückführung der Arme unter Wasser nach vorne wirkt geschwindigkeitsbegrenzend.
1934 fand David Armbruster, Trainer an der Universität von Iowa, etwas neues heraus: Beide Arme konnten gleichzeitig über Wasser nach vorne zurückgeführt werden. Dieses "Schmettern" erhöhte die Schwimmgeschwindigkeit, kostete aber mehr Trainingsaufwand und Kondition. 1935 schwamm Jack Sieg, ebenfalls von der Universität von Iowa, auf der Seite, mit den Beinen wie mit einem Fischschwanz schlagend. Er konnte das schliesslich auch auf dem Bauch. Armbruster und Sieg kombinierten das Schmettern der Arme und den Beinschlag bis die Koordination sass: Das Delfinschwimmen, wie es eigentlich heissen sollte, war geboren. Mit zwei Delfinkicks pro Armzug schwamm Sieg damals die 100 Yards in 1:00.2 (100 m in 1:05.85).
Doch damals sagte man dem noch Schmetterlings-brustschwimmen, es war schneller als das normale Brustschwimmen und wurde an Schwimmwettkämpfen als Regelwidrigkeit nicht toleriert. 20 Jahre lang brauchten die Meister-Brustschwimmer einzig die Überwasserform des Armzugs in Kombination mit einem verkürzten Brustbeinschlag. Erst Ende der 50er Jahre wurde der Delfinkick als eigene Schwimmart legalisiert. Viele Schwimmer sagen, das Schlängeln sei der Schlüssel für die Schwimmart, und jemand, der die Wellenbewegung beherrsche, könne das Delfinschwimmen leichter lernen.
Wettkampfschwimmen
Die beste Methode, um die Technikverfeinerungen und -änderungen der Schwimmer in Bezug auf eine Verbesserung zu testen, ist der Vergleich an einem Wettkampf. Das ist der Grund, warum auf Geschwindigkeit und Ausdauer so grosser Wert gelegt wird.
Schwimmer als Rekordjäger
Alfred Hajos gewann die erste Männer-Goldmedaille im Schwimmen an Olympischen Spielen, nämlich 1896 in Athen. Seine 100-m-Freistilzeit betrug 1:22.2. Der Weltrekord wurde seither laufend verbessert.
Bekannt als olympische Schwimmer wurden Weissmüller und Spitz. Johnny Weissmüller gewann 5 olympische Medaillen und verlor in seiner 10-jährigen Karriere kein einziges Rennen. Mark Spitz brachte es allein an den olympischen Spielen in München 1972 auf sieben Goldmedaillen - mehr als alle anderen Schwimmer in der Geschichte der olympischen Spiele.
An den ersten modernen olympischen Spielen gab es nur 4 Schwimmwettkämpfe, drei davon Freistil. An den zweiten olympischen Spielen 1900 in Paris wurden drei unübliche Schwimmwettkämpfe durchgeführt. Einer war ein Hindernisschwimmen, ein zweiter ein Unterwasserausdauerschwimmen und der dritte ein 4'000-m-Schwimmen. Alle drei Wettkampfformen wurden später nicht mehr durchgeführt.
Aus verschiedenen Gründen waren Frauen an den ersten olympischen Spielen ausgeschlossen. Pierre de Coubertin, der Gründer der modernen olympischen Bewegung war im Einklang mit der viktorianischen Zeit der festen Überzeugung, dass Frauen zu zerbrechlich für den Wettkampfsport seien [Frauensport im 19. Jahrhundert: Die Etikette verletzt und die Gesundheit gefährdet]. 1900 durften Frauen im Tennis und Golf mitspielen, weil diese beiden Sportarten in Europa sehr beliebt waren (bis zur Gründung des IOC konnte das Gastland die Sportarten bestimmen).
1912 durften die Frauen erstmals mitschwimmen [Wann konnten zum ersten Mal Frauen teilnehmen?] auf Drängen einer Gruppe von Leuten, die sich nachher als IOC etablierten.
Schwimmen an olympischen Spielen begann sehr bescheiden mit 4 Wettkämpfen. Heute sind es 32, je 16 für Frauen und Männer.
Behindertenschwimmen
Auch das Behindertenschwimmen hat eine lange Geschichte hinter sich. 1924 führte das Internationale Komitee für Taubstummensport die ersten Sommer-Weltspiele für Taubstumme durch. Athleten mit geistiger Behinderung nahmen zum ersten Mal 1968 an einer Sommerolympiade teil.
In Sydney 2000 gab es insgesamt je 22 Wettkämpfe für Frauen und Männer.
Forschungs- und Trainingstechniken
Im Gegensatz zum Walking und anderen Fortbewegungsmethoeden, ist das Schwimmen keine natürliche Fortbewegungsart des Menschen. Eine stehende Position an Land lässt sich nicht ohne Weiteres auf eine legende Position im Wasser übertragen. Darum haben im Laufe der Geschichte so viele Leute mit verschiedenen Lösungsansätzen experimentiert, um besser zu Schwimmen. Der Grund für die Vielzahl von Schwimmarten liegt in der Natur der Hüft- und Schultergelenke: Kugel und Pfanne im Hüft- und Schultergelenk.
Die ersten Schwimmer experimentierten mit Versuch und Irrtum und beobachteten Andere. 1928 filmte David Armbruster zum ersten Mal überhaupt. Auch die Japaner filmten und studierten Weltklasseathleten unter Wasser, um ihre Schwimmtechnik zu studieren. Sie photographierten und studierten Weltklasseathleten und verwendeten die Erkenntnisse, um das Team zu formieren, das 1932 die olympischen Spiele dominierte. Das war gleichzeitig der Beginn der Forschung über die Schwimmtechnik.
Zur gleichen Zeit erkannten Andere die Rolle der Kondition. Die Spiele von 1956 in Melbourne zeigten klar die Rolle des Konditionstrainings auf. Das australische Team zeigte das deutsch und deutlich. Der fantastische Erfolg der Australier war einzig auf das Konditionstraining zurückzuführen, nicht die Schwimmtechnik. In den USA begann man Trainingsprogramme von Läufern zu übernehmen, welche es erlaubten, die 4-Minuten-Grenze für die Meile zu brechen. Es handelte sich um die Intervallmethoden.
Heute liegt das Schwergewicht der Forschung auf der Untersuchung und Senkung des hydrodynamischen Widerstandes. Die Pioniere auf diesem Gebiet sind James Counsilman, Charles Silvia, und Ernest Maglischo, die die Schwimmtechnik mit ihren Untersuchungen revolutioniert haben.
Das verbesserte Verständnis für die Rolle der Schwimmtechnik trug zur Verbesserung der geschwommenen Zeiten wesentlich bei.
Quellen:http://www.svl.ch/GeschichteDesSchwimmens.htmlhttp://www.gruberei.ch/web/P_Schwimmen/GeschichteSchwimmen.htmhttp://ard.ndr.de/peking2008/sportarten/schwimmen/geschichte/historie58.html


